Der erste Flug mit Baby und Kleinkind

Eine längere Reise in der Elternzeit, Urlaub, ein Ausflug über verlängertes Wochenende oder der Besuch von Verwandten, die nicht gleich um die Ecke wohnen – es kann viele Gründe geben, wegen denen du möglicherweise schon zeitig über Fliegen mit Baby nachdenken willst.

Vielen frisch gebackenen Eltern stellen sich auf Anhieb einige Fragen – vor allem im Bezug auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen eines Fluges mit Baby. In diesem kurzen Artikel erfährst du die wichtigsten Antworten zu dem Thema und wir gehen auf einige weitere wissenswerte Aspekte ein.

Beispielhaft beziehen wir uns primär auf die Hinweise der größten deutschen Fluggesellschafft: der Lufthansa. Die Regelungen anderer Airlines unterscheiden sich zwar geringfügig, weichen nach unserer Recherche aber nur unwesentlich davon ab.

Flug mit Baby - was ist zu beachten und was solltest du mitnehmen
Bei einem Flug mit Baby und Kleinkind gibt es viele Kleinigkeiten zu beachten und das Wichtigste ist: gut vorbereiten!

An wann darfst du mit deinem Kind fliegen?

Ein häufiger Grundtenor bei der Frage, ab wann du mit deinem Baby fliegen kannst, lautet: Da Neugeborene ein schwächeres Immunsystem haben und Flugzeuge ein Nährboden für Keime sind, ist es wahrscheinlich keine gute Idee, kurz nach der Geburt zu fliegen.

Gleichzeitig wird eine Fluggesellschaft einem Neugeborenen das Fliegen nicht verbieten. Lufthansa hat generell kein Mindestalter für Babys festgelegt. Allerdings empfiehlt die Airline ein Mindestalter von einer Woche. Andere Fluggesellschaften, wie American Airlines, erlauben Babys den Flug ab 2 Tagen und Southwest Airlines ab einem Alter von 14 Tagen.

Musst du ein Extra-Ticket kaufen?

Darüber entscheidet das Alter: die magische Altersgrenze lautet 2 Jahre.

Bei einem Alter unterhalb von 2 Jahren ist es deine Entscheidung, ob du einen extra Sitzplatz buchst oder das Baby beziehungsweise das Kleinkind unter 2 Jahren auf dem Schoss hältst. Der einzige Nachteil des eigenen Sitzplatzes sind die höheren Kosten. Ein eigener Sitzplatz für das Baby mit dem Kindertarif („Infant-Tarif“, in der Regel für Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren).

Je nach Airline und Strecke werden 75 bis 100 Prozent des Erwachsenentarifs fällig. Auf Steuern und Gebühren wird keine Ermäßigung gewährt. Demgegenüber fliegt ein auf dem Schoss gehaltenes Baby auf Inlandsfügen z.B. bei Lufthansa kostenlos. Auf internationalen Flügen sind es beispielsweise bei Lufthansa 10 Prozent des Erwachsenentarifs (vom Bruttopreis, inklusive Steuern und Gebühren). 

Dem entgegen hat die Buchung eines eigenen Sitzplatzes für das Kind einige Vorteile. Die Buchung von einem eigenen Sitzplatz, auf welchem die Babyschale oder der Kindersitz mit dem Zweipunktgurt befestigt und das Baby/Kleinkind angeschnallt werden kann, ist vor allem eins: sicherer! Die Babyschale beziehungsweise der Kindersitz müssen dazu das TÜV Label „For use in aircraft“ tragen. Da es auf der Kurz- und Mittelstrecke in der Regel kein Baby Bassinett (Kinderbett) gibt, ist die ganze Flug damit natürlich auch deutlich komfortabler für alle Beteiligten. In Asien und Australien werden Großraumflugzeuge auch auf kürzeren Strecken eingesetzt, sodass du dort auch Glück haben kannst. Allerdings ist auch dann nicht garantiert, dass du ein Bassinett zur Verfügung gestellt bekommst.

Laut Lufthansa benötigen Kinder, die während der Reise zwei Jahre alt werden, einen eigenen Sitzplatz. Der Kindertarif wird in diesem Fall für die gesamte Reise angerechnet. Aus Sicherheitsgründen wird nur ein Baby pro Erwachsenen an Bord gestattet. Du kannst aber für das zweite mitreisende Kind unter zwei Jahren einen Sitzplatz dazu buchen und ein entsprechendes Kinderrückhaltesystem mitzuführen, z.B. eine Babyschale oder einen Kindersitz.

Die Strahlenbelastung beim Fliegen – eine Gefahr für das Neugeborene?

Ein schwerwiegendes Thema für viele Eltern ist die Strahlenbelastung beim Fliegen für das Baby. Bereits in der Schwangerschaft wird meist darauf geachtet, dass das ungeborene Kind eine möglichst geringe Strahlenbelastung durch Ultraschall etc. abbekommt.

Die Erde ist ständig einem Strom von winzig kleinen (atomaren) und gleichzeitig hochenergetischen Teilchen ausgesetzt, die tief aus dem Kosmos stammen und mit den Bestandteilen der Atmosphäre kollidieren. Dadurch werden neue atomare Teilchen mit hoher Energie erzeugt. Die Gesamtheit dieser Teilchen bildet die sogenannte Höhenstrahlung.

Die Strahlenbelastung für Babys, Kinder und Schwangere während eines Fluges ist gering
Die Strahlenbelastung im Flug für Babys, Kinder und Schwangere ist vergleichsweise gering und unbedenklich.

Am Boden sind wir allen – neben dem verbleibenden Teil der Höhenstrahlung – auch der Strahlung natürlicher radioaktiver Stoffe, hauptsächlich aus dem Bodengestein der Erdkruste, ausgesetzt. In Deutschland beträgt die effektive Dosis aus dieser natürlichen Strahlenexposition im Mittel insgesamt etwa 2.100 Mikrosievert pro Jahr. Dieser Wert kann aber, je nach Aufenthaltsort, zwischen etwa 1.000 und 10.000 Mikrosievert pro Jahr schwanken!

Das Ausmaß der zusätzlichen Strahlenbelastung beim Fliegen hängt vor allem von der Flugdauer, der Flughöhe, der Flugroute und der Sonnenaktivität ab. So führt beispielsweise ein Flug von Frankfurt nach New York und zurück zu einer durchschnittlichen effektiven Dosis von ca. 100 Mikrosievert. Bis nach Tokyo und zurück sind es zum Beispiel 110 Mikrosievert (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Gemäß dem Helmholtz-Zentrum München beträgt die zusätzliche effektive Dosis durch einen Kurzstreckenflug weniger als ein Prozent, durch einen Langstreckenflug etwa fünf Prozent der durchschnittlichen jährlichen Dosis durch natürliche Exposition.

Für Gelegenheitsflieger – also auch für die Schwangeren und Kleinkinder unter ihnen – ist die zusätzliche Strahlenexposition durch das Fliegen somit sehr gering. Experten bewerten daher auch das zusätzliche Gesundheitsrisiko als sehr gering.

Quelle: Helmholtz-Zentrum München

Ist die Strahlenbelastung eine Gefahr in der Schwangerschaft?

Beim Fliegen sind Menschen der kosmisch bedingten Höhenstrahlung stärker ausgesetzt als am Boden. Unter der Annahme, dass das Fliegen in der Schwangerschaft oder mit Baby eine Ausnahme ist, zum Beispiel in den Urlaub, ist die zusätzliche Strahlenbelastung durch Höhenstrahlung im Verhältnis zur Jahresdosis an der Erde gering.

Bei der überwiegenden Zahl aller Flüge von und nach Deutschland kann das Risiko einer gesundheitsschädlichen Strahlenwirkung für den Embryo/Fetus vernachlässigt werden.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

Kann beim Start oder der Landung das Trommelfell platzen?

Egal ob du als Erwachsener oder als Kind/Baby fliegst – dein Trommelfell ist nur begrenzt belastbar. Bei zu hohen Belastungen kann dein Trommelfell reißen (bzw. platzen).

Das kann durch extreme Druckschwankungen – Luft- oder auch Schalldruck – passieren. Auch anderen Unfälle, zum Beispiel eine starke Ohrfeige, oder der unbedachte Gebrauch von Wattestäbchen können dazu führen.

Grundsätzlich gilt aber: Bei einem normalen Flug – das heißt, bei einem normalen Start- und Sinkflug – ist nicht zu erwarten, dass das Trommelfell reißt.

Allerdings steigt bei Notlandungen der Druck in der Kabine oft schnell und drückt von außen auf die Ohren. Dies führt häufig dazu, dass bei vielen Passagieren das Trommelfell reißt, weil sie den Druckausgleich nicht so schnell herstellen können. Das kann auch bei einem Baby passieren.

Ein Schnupfen erschwert den Druckausgleich zusätzlich.  Eine Erkältung kann also dazu beitragen, dass kleine Äderchen im Trommelfell platzen oder das Trommelfell reißt.

Am besten: so gesund wie möglich Fliegen. Notfalls kannst du dir auch mit Nasenspay oder Nasentropfen behelfen, die für Kinder geeignet sind. Ist das Kind schwer erkältet und hat Fieber, solltest du dich ärztlich beraten lassen, ob es flugtauglich ist oder nicht.

Bei Babys werden für die Start- und Landephase Stillen oder Fläschchen bzw. Schnuller empfohlen. Durch das Schlucken öffnet sich die sogenannte Ohrtrompete – der Gang zwischen Rachenraum und Mittelohr – sodass sich der Luftdruck vor und der hinter dem Trommelfell ausgleichen können.

Was gibt es sonst für die Flugreise zu beachten?

Aufgrund einer EU-Verordnung benötigt auch schon das kleinste Baby eigene Reisedokumente mit einem Foto. Einträge in den Pässen der Eltern sind – unabhängig vom Alter der Kinder – ungültig. Das heißt, planst du eine Flugreise mit Baby und sollte dein Kind noch keinen Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweise besitzen, beantrage diesen am besten so früh wie möglich.

Nachtflüge eignen sich besonders gut für Reisen mit Baby, da sie ihren Schlafrhythmus beibehalten und dadurch am besten zur Ruhe kommen können.

Mit einem Schnuller oder einem Fläschchen kannst du deinem Schatz beim Steig- und Sinkflug beim Druckausgleich helfen.

In jedem Flugzeug gibt es auch Wickeltische – die Wickeltische befinden sich in den Waschräumen an Bord. Diese können gut beim Fliegen genutzt werden.

Viele Fluggesellschaften bieten auch (meist kostenlos) Wasser für die Babyflasche an Bord. Dadurch sparst du dir den Kauf nach der Sicherheitskontrolle.

Auch wenn du sicher an alles denkst und drei Checklisten für den ersten Flug parat hast – viele Airlines haben auch alle notwendigen Kleinigkeiten für Notfälle, auch Ersatzwindeln, an Bord.

Falls dein Kind schon etwas älter ist und seinen eigenen Koffer oder Rucksack mit sich trägt, solltest du diesen auch unbedingt markieren. Dadurch kann er bei einem Verlust gut wiedergefunden werden. Ein schöner Kniff sind unsere Schlüsselanhänger mit Namen aus Holz – diese kannst du auch prima als Markierung am Koffer oder Rucksack nehmen.

Beschäftigung für das Kind im Flugzeug – was solltest du mitnehmen?

Um so jünger dein Baby ist, desto unkomplizierter ist der Flug. Bei sehr jungen Babys ist das Beschäftigen im Flugzeug noch kein großes Thema: Sie trinken und schlafen viel (bestenfalls).

Wenn dein Baby noch einen Schnuller nimmt, möchtest du bei einem Verlust natürlich auch nicht durch das Flugzeug kriechen – ein absolutes Muss ist deshalb eine Schnullerkette. Hier findest du unsere schönen personalisierten Schnullerketten mit Namen aus Holz.

Wenn aber dein Kind schon etwas größer und aktiver ist, ist durchaus kompliziert, dein Kind ausreichend zu bespaßen. Erfahrungsgemäß beginnt diese Phase so mit 6-9 Monaten (Sitzen, Krabbeln, Hochziehen).

Auf einem Langstreckenflug erhalten Kinder in der Regel Spielzeug von der Fluglinie. Meist sind das Buntstifte und ein Malbuch, auch mal ein aufblasbarer Ball (mit dem man im Flugzeug nicht so richtig viel anfangen kann), oder ein Würfel- oder Kartenspiel.

Grundsätzlich gilt hier wie bei Allem: Sei gut vorbereitet und habe immer selbst genug Beschäftigungsmaterial dabei!

Beispielsweise können auch die Zähne ein ganz schöner Spielverderber sein. Hier kannst du zum Beispiel mit einem Kauring oder einem unserer Greiflinge mit Namen aus Holz für Ablenkung sorgen.

Infografik zum Fliegen mit Baby und Kleinkind
Infografik mit 5 wichtigen Zahlen zum Fliegen mit Baby und Kind

Babynahrung für den Flug

Um nicht auf das Essen aus dem Flugzeug angewiesen zu sein, solltest du natürlich auch Babybrei einpacken. Diesen bekommst du meist problemlos durch die Sicherheitskontrolle. Erfahrungsgemäß werden Gläschen auch ohne Probleme an Bord aufgewärmt.

Für den Notfall denken die meisten Airlines trotzdem mit und haben begrenzte Vorräte mit Babynahrung an Bord.

Musst du ein Babybett in das Flugzeug mitbringen?

Die meisten Fluggesellschaften bieten auf allen Langstreckenflotte spezielle Babybettchen bereit. Bei Lufthanse sind die Betten für Babys unter 11 kg Körpergewicht und unter 67 cm Körpergröße geeignet. Die Anzahl der Babybettchen an Bord ist begrenzt. Deshalb lohnt es sich die Babybettchen vor Abflug reservieren – bei Lufthansa geht das bis 52 Stunden vor dem Abflug beim Lufthansa Service Center. Anhängig von deiner Buchungsklasse wird aber eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung für den Sitzplatz des Babybettchens benötigt.

Kann dein Kind in der Babyschale liegen?

Uns sind keine Airlines bekannt – auch nicht Lufthansa – die Kinderrückhaltesysteme zur Verfügung stellen. Allerdings darfst du deinen eigenen Kindersitz oder Babytragekorb mitführen.

Bei Lufthansa findest du hier eine Liste der zugelassenen Kinderrückhaltesysteme.

Die Nutzung deines Kinderrückhaltesystems ist kostenlos. Da das Kinderrückhaltesystem auf einem Fluggastsitz befestigt werden muss, ist für Babys (unter 2 Jahre) der Kauf eines CHILD-Flugscheines erforderlich. In diesem Fall musst du ein Kinderrückhaltesystem für dein Baby (0-2 Jahre) mitbringen. Anderenfalls muss dein Baby trotz gekauften Sitzplatzes auf deinem Schoß befördert werden. Andere Gäste dürfen durch die Nutzung des Kinderrückhaltesystems nicht in ihrem Reisekomfort beeinträchtigt oder bei einer eventuellen Evakuierung im Notfall behindert werden. Daraus ergeben sich auch besondere Regelungen in Bezug auf Boarding und Sitzplatzzuweisung, welche sich von Airline zu Airline unterscheiden.

Es ist sehr empfehlenswert, für dein Kind im Kinderrückhaltesystem einen Fensterplatz auszuwählen. Dein Platz sollte in jedem Fall den Platz daneben liegen. Sitzplätze in Notausgangsreihen sollten vermieden werden.